Foto: Karl-Heinz  Thomas

Beim Heimatnachmittag am Mittwoch, 18. März, trafen sich 30 Heimatfreunde aus Stockum und Düren und erweckten mit Erlebnissen und Erfahrungen aus ihrer Kindheit diese Zeit wieder zum Leben. Den heute 90jährigen sind die letzten Kriegsjahre noch bildlich in Erinnerung, und die Nachkriegsgeneration wurde geprägt durch Wiederaufbau und Neuanfang. Beide Generationen hatten mit Entbehrungen zu kämpfen und sind sich einig: „Sie wünschen sich Frieden weltweit“. 

Das Leben der Kinder in den Nachkriegsjahren spielte sich vorwiegend im Freien und der Gemeinschaft ab; die Aufsicht der Eltern war minimal, solange man bei Sonnenuntergang wieder zu Hause war. Die Klassenstärke in den Schulen war enorm, denn bis zu 50 Kinder aus mehreren Jahrgängen teilten sich einen Raum. Samstagsunterricht war Normalität und nachmittags war frei. In der Schule und im Elternhaus herrschte Disziplin, die Mithilfe im Haushalt und Garten war für uns Kinder selbstverständlich. 

Während die 1950er Jahre noch von Entbehrungen und einfachen oder selbstgebastelten Spielzeugen wie Holzautos oder Stoffpuppen geprägt waren, brachte das aufkommende Wirtschaftswunder den Wandel. Das Fernsehen hielt Einzug, anfangs oft als Gemeinschaftserlebnis bei Nachbarn oder in Gaststätten. Das Radio war zu dieser Zeit das Fenster zur Welt, besonders während der Übertragung von Sportereignissen wie der Fußballweltmeisterschaft 1954 oder bei Berichten aus Friedland, als die letzten Kriegsheimkehrer wieder deutschen Boden betraten.

Man könnte noch vieles über die Zeit erzählen und darüber diskutieren, doch eines ist klar: Diese Zeit hat uns geprägt, heute sind wir 70, 80 oder gar 90 Jahre alt und es wurde ein Gleichgewicht gefunden zwischen Freiheit draußen und Strenge drinnen. Mit Einfachheit und Gemeinschaftssinn haben wir diese Zeit gemeistert, und wir hatten eine unvorstellbare Freiheit, die wir in der Natur mit Freunden verbringen konnten. 

Karoline Robbert