Rund 30 Heimatfreunde aus Stockum und Düren nahmen am Mittwoch, 15. April, an einer Informationsveranstaltung im Gemeindehaus an der Mittelstraße teil. Ziel der Veranstaltung war es, insbesondere ältere Mitbürger über Gefahren durch Kriminalität an der Haustür und am Telefon aufzuklären. Hilfreiche Tipps gaben die ehrenamtlichen Senioren-Sicherheitsberater Ursula Kohlstadt und Michael Kabelitz. Sie sind seit 15 Jahren im Auftrag der Polizei im Bereich „Im Alter sicher leben“ tätig.

Gleich zu Beginn betonte Ursula Kohlstadt die Bedeutung von Aufmerksamkeit und gegenseitiger Unterstützung: „Wir müssen aufeinander auspassen und auch mal nein sagen.“ Sie wies auf drei grundlegende Regeln hin: 

1.   Ich lasse keinen Fremden in meine Wohnung.
2.   Am Telefon spreche ich nicht über Geld und Wertsachen.
3.   Niemals etwas unterschreiben – auch nicht am Klemmbrett in der Fußgängerzone. 

Diese einfachen Verhaltensregeln bieten bereits einen wirksamen Schutz vor vielen Betrugsmaschen. 

Gemeinsam mit Michael Kabelitz wurden typische Betrugssituationen anschaulich dargestellt. In Rollenspielen zeigten sie, wie Täter an der Haustür oder am Telefon vorgehen. Besonders thematisiert wurden Betrüger, die versuchen, sich unter einem Vorwand Zugang zu Wohnungen zu verschaffen. 

Auch bekannte Methoden wie der Enkeltrick, bei dem mit erfundenen Notlagen Geld erschlichen wird, sind weiterhin verbreitet. Noch perfider sind sogenannte Schockanrufe, bei denen Betrüger dramatische Situationen vortäuschen, um ihre Opfer zur schnellen Geldübergabe zu drängen. Ein originales Telefonbeispiel machte die Vorgehensweise für die Teilnehmer besonders eindrücklich. 

„So sieht leider die Realität aus“, erklärte Michael Kabelitz und riet eindringlich: „Wenn man einmal einen Fehler gemacht hat, sollte man sich nicht schämen, sondern sofort die Polizei einschalten.“ 

Zum Abschluss gaben die beiden Sicherheitsberater weitere praktische Tipps: „Nicht zu gutgläubig sein und mit Angehörigen ein Codewort für Notfälle vereinbaren. 

Der ehemalige Kriminalbeamte und Heimatfreund Manfred Hauck ergänzte, dass auch Taschendiebe eine Gefahr darstellen. Besonders Handys, Taschen und Geldbörsen sollten stets sicher aufbewahrt werden. 

Den Schlusspunkt setzte Organisator Karl-Heinz Thomas mit den Worten: „Wir wollen keine Opfer sein.“ 

Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmern als sehr informativ und hilfreich aufgenommen und leistete einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für Kriminalitätsprävention im Alltag. 

Karoline Robbert 


Die Heimatfreunde Stockum/Düren geben Vereinen, Institutionen und Künstlern immer wieder Gelegenheit ihre Arbeit im Fenster des Heimatstübchens an der Hörder Straße 340 zu präsentieren. Derzeit können wunderschöne Landschaftsbilder der Fotografin Susanne Neitzel betrachtet werden.

Foto: Bernd Wittke


Das linke Schaufenster erinnert an die Geschichte des Bergbaus, denn auch unser Ort war mal ein Bergbauarbeiterdorf. Mehrere Kleinzechen befanden sich in früheren Zeiten in unserem Dorf, auch rund um Stockum wurde das schwarze Gold gefördert. 254 Kleinzechen waren zu Hochzeiten auf dem heutigen Wittener Stadtgebiet amtlich registriert. 
Diese Exponate stammen aus dem Heimatmuseum Bochum-Langendreer, das aufgelöst wurde. Foto: Heimatfreunde

Besucher können sich bei den wöchentlichen offenen Treffen im Heimatstübchen an der Hörder Straße 340 donnerstags von 15 bis 17 Uhr über Stockumer Themen austauschen.


                                                                                                                                                   
Foto: Karl-Heinz  Thomas

Beim Heimatnachmittag am Mittwoch, 18. März, trafen sich 30 Heimatfreunde aus Stockum und Düren und erweckten mit Erlebnissen und Erfahrungen aus ihrer Kindheit diese Zeit wieder zum Leben. Den heute 90jährigen sind die letzten Kriegsjahre noch bildlich in Erinnerung, und die Nachkriegsgeneration wurde geprägt durch Wiederaufbau und Neuanfang. Beide Generationen hatten mit Entbehrungen zu kämpfen und sind sich einig: „Sie wünschen sich Frieden weltweit“. 

Das Leben der Kinder in den Nachkriegsjahren spielte sich vorwiegend im Freien und der Gemeinschaft ab; die Aufsicht der Eltern war minimal, solange man bei Sonnenuntergang wieder zu Hause war. Die Klassenstärke in den Schulen war enorm, denn bis zu 50 Kinder aus mehreren Jahrgängen teilten sich einen Raum. Samstagsunterricht war Normalität und nachmittags war frei. In der Schule und im Elternhaus herrschte Disziplin, die Mithilfe im Haushalt und Garten war für uns Kinder selbstverständlich. 

Während die 1950er Jahre noch von Entbehrungen und einfachen oder selbstgebastelten Spielzeugen wie Holzautos oder Stoffpuppen geprägt waren, brachte das aufkommende Wirtschaftswunder den Wandel. Das Fernsehen hielt Einzug, anfangs oft als Gemeinschaftserlebnis bei Nachbarn oder in Gaststätten. Das Radio war zu dieser Zeit das Fenster zur Welt, besonders während der Übertragung von Sportereignissen wie der Fußballweltmeisterschaft 1954 oder bei Berichten aus Friedland, als die letzten Kriegsheimkehrer wieder deutschen Boden betraten.

Man könnte noch vieles über die Zeit erzählen und darüber diskutieren, doch eines ist klar: Diese Zeit hat uns geprägt, heute sind wir 70, 80 oder gar 90 Jahre alt und es wurde ein Gleichgewicht gefunden zwischen Freiheit draußen und Strenge drinnen. Mit Einfachheit und Gemeinschaftssinn haben wir diese Zeit gemeistert, und wir hatten eine unvorstellbare Freiheit, die wir in der Natur mit Freunden verbringen konnten. 

Karoline Robbert

50 Heimatfreunde aus Stockum und Düren verbrachten den ersten Heimatnachmittag Anfang 2026 auf dem Stockumer Bauernhof Große-Oetringhaus, Am Katteloh 12. Vorausgegangen war eine Veranstaltung zum Thema „Landwirtschaft gestern und heute und erst recht morgen“ im Oktober 2025. Wilhelm Große-Oetringhaus stellte daraufhin seinen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schwerpunkt Pferdepensionshaltung vor. Wo früher Schweine, Kühe und Hühner beherbergt wurden, befinden sich heute etwa 100 Pferde, darunter auch die eigenen vier. 


Wilhelm und Sylvia Große-Oetringhaus mit ihrer Deutsch Kurzhaar Jahdhündin Hilde und dem Pferd Calle. Das Ehepaar ist tief mit der Heimat verbunden und würde Stockum nie verlassen. 

Der Landwirt und Pferdefachmann Wilhelm Große-Oetringhaus stellt sich vor, indem er sagt: „Ich bin Landwirt, Pferdemann, Hundemann, Fußgänger, Reiter und Jäger.“ Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht und den Schritt vom klassischen Bauernhof  zum Pferdehof gewagt. Seine Frau Sylvia unterstützt ihn dabei tatkräftig, wo sie nur kann. Die Leidenschaft für die Reiterei hat sie zusammengebracht, mittlerweile sind sie 35 Jahren verheiratet und betreiben diesen Hof seit 1995 gemeinsam.

Mit den vier eigenen sind insgesamt 100 Pferde auf dem Hof untergebracht. Unterschieden wird in drei Haltungsformen:
1. Innenbox mit Fenster, 2. Paddockhaltung mit Terrasse, 3. Gruppenhaltung im Offenstall.
Die Innenboxen mit Fenster befinden sich in den alten Gebäuden. Wo früher Schweine gehalten wurden, befinden sich heute 24 Pferde.
Die Paddockboxen sind 12 Quadratmeter groß und beherbergen 48 Pferde. Sie haben eine Terrasse von 18 Quadratmetern und die Vierbeiner können selbst entscheiden, ob sie rein oder raus wollen.
Bei der Gruppenhaltung im Offenstall befinden sich sechs Pferde, getrennt nach Stuten und Wallachen, in einer Gruppe. Die Liegefläche ist mit Stroh eingestreut, für die dort untergebrachten 24 Pferde gibt es eine Terrasse von 400 Quadratmetern.

Zu den Pferden haben die Eheleute eine besondere Beziehung: Sylvia versorgt morgens die Vierbeiner, ist eng mit den Tieren verbunden, kennt alle mit Namen. Neben der täglichen Tierpflege kümmert sie sich auch um Verwaltung, Boxenvermietung und Buchführung. Die Pferde machen keine Probleme, im Gegensatz zu der zunehmenden Bürokratie.

Auch die Nachfolge dieses Betriebes ist gesichert: Sie haben zwei Töchter, wobei die jüngere später den Betrieb übernehmen wird, sie hat Pferdewirtschaft studiert und ist ausgebildete Pferdewirtschaftsmeisterin.

 

Dieser landwirtschaftliche Hof  hat eine lange Tradition und gehört vermutlich zu den ältesten Höfen des Dorfes Stockums, mit einer Erwähnung aus dem Jahr 1486 dem Hof Alde Pasmann. Das Areal hatte historisch neben der Landwirtschaft auch Bedeutung im Bergbau. An der Stelle der heutigen Reithalle stand früher eine Scheune, die als Waschkaue der Zeche „Am Katteloh“ genutzt wurde, angegliedert war auch eine Schnapsbrennerei, die "Paschmänner" herstellte und auch vertrieb.

Dieser Heimatnachmittag vermittelte den Besuchern einen Einblick in einen landwirtschaftlichen Betrieb mit einer modernen Pferdepensionshaltung und zeigt, wie sehr sich die Landwirtschaft im Laufe der Jahrhunderte auch in unserem Dorf gewandelt hat: „Vom Ackergaul zum Pferdehof“.

Karoline Robbert