Sie wusste alles über unsere Wittener Heimat, die wohl bekannteste Stadtführerin Hildegard Priebel. Die Heimat lag ihr am Herzen, sie war in vielen Vereinen aktiv, auch bei den Heimatfreunden Stockum/Düren. Leider müssen wir uns nun von unserem langjährigen Vorstandsmitglied verabschieden.


Hildegard Priebel, hier als Helene Katharina Lohmann im selbstgeschneiderten Kostüm, war bei der Eröffnung des renovierten Helenenturms am Sonntag, 13. August 2023, für die Wittener Heimatvereine im Einsatz. Sie bot auch regelmäßige Führungen an. Sie erklärte den Besuchern die Historie dieses Wittener Denkmals und erklomm unzählige Male kostümiert die 144 Stufen Treppenstufen und wurde nicht müde, den Besuchern Rede und Antwort zu stehen. Von oben hat man eine grandiose Aussicht auf Witten und Umgebung.

Die Stockumer erinnern sich gerne an die Dorfführungen mit Hildegard. Bei ihren Rundgängen durch den Stadtteil erfuhren die Teilnehmer die Geschichte des Ortes: Von der alten Schule an der Gerdesstraße bis zur evangelischen Kirche an der Hörder Straße berichtete die gelernte Stadtführerin in ihrer unvergleichbaren Art und Weise über die Vergangenheit. Und auch die Gegenwart kam nicht zu kurz. Sie erzählte, dass von den vielen Bauernhöfen, die es in Stockum mal gegeben hat, nur noch wenige vorhanden sind.

Hildegard Priebel ist im Alter von 86 Jahren am 6. Juli verstorben. Ein Trostgottesdienst findet am Dienstag, 6. August, um 19.30 Uhr in der Neuapostolischen Kirche, Husemannstraße 48, statt.


                                                                                                     Karoline Robbert

 

Um die Planung des Neubaugebietes Stockumer Bruch/Hörder Straße ging es beim Heimatnachmittag am Mittwoch, 19. Juni, bei den Heimatfreunden Stockum/Düren. “Nachhaltiges Wohnen, miteinander, autobefreit und klimaneutral“, so lautet das Motto des Neubaugebietes mit über 100 Wohneinheiten. Es soll auf einer rund 30.000  Quadratmeter großen und bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche entstehen.


Arne Merres (links) vom Planungsamt und Philipp Pössel, Abteilung für die Gesamtausführung Planung, beide von der Stadt Witten, präsentierten den Bebauungsplan.

Geplant sind bis zu 75 Prozent freifinanzierte Mehrfamilienhäuser und öffentlich geförderte Doppel- und Reihenhäuser in drei bis viergeschossiger Bauweise. Umgesetzt wird dieses Projekt von der „Beta-Eigenheim“-Wohnungsgruppe. „Hier in Stockum entsteht das größte Neubaugebiet der Stadt“, so die Planer, „mit einer angepassten, modernen Wohnbebauung.“

Die Haupterschließung erfolgt über die Hörder Straße. Geplant ist auch ein Geh- und Radweg über den Stockumer Bruch. Ein klimafreundliches Neugebiet soll es werden. Alle Häuser bekommen begrünte Dächer, Solaranlagen und Wärmepumpen. Der Entwurf sieht auch autofreie Wohnhöfe vor. Fürs Parken stehen den Bewohnern zentrale Stellplätze auf dem Gelände zur Verfügung.


35 Anwesende informierten sich beim gut besuchten Heimatnachmittag der Heimatfreunde Stockum/Düren im Paul-Gerhardt-Haus an der Mittelstraße über den derzeitigen Stand des Bauvorhabens Stockumer Bruch/Hörder Straße.

Auch das Thema Entwässerung wurde nicht außer Acht gelassen. Da die Hörder Straße etwas höher liegt, soll das anfallende Regenwasser möglichst vor Ort versickern. Die Fahrbahnen in der neuen Siedlung könnten aus wasserdurchlässigem Material bestehen, das wäre vorteilhaft bei Starkregen. „Bereits durch die Begrünung der Dächer würde ein Teil des Regenwassers gespeichert“, so Arne Merres. Zudem gibt es zwei Regenrückhaltebecken, die über den Heidegraben gedrosselt entwässert werden können.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Gefällt werden einige Bäume entlang der Hörder Straße. Diese sollen durch zehn neue Linden ersetzt werden.

Die Buswendeschleife am Stockumer Bruch bleibt erhalten und wird neu ausgebaut Zudem erhält sie einen Unterstand an der Einstiegsstelle. Die Ausgrabungen in der Nähe ergaben keine Sensationen. Gefunden wurde lediglich ein Fundament. Es werden aber noch Nachuntersuchungen angestellt.

Zum Schluss stellte Wolfgang Lippert die Frage: „Wie die neue Straße, die durch das Wohngebiet führt, heißen soll?“ Die Heimatfreunde möchten gerne mitreden und haben auch schon Ideen. Doch das ist ein Thema der nächsten Diskussionsrunde.

Karoline Robbert


Reinhard Elfert von den H.L.A.N.Z.-Freunden erklärt den Besuchern die Funktion dieser alten Dreschmaschine. Das geerntete Korn wird wie in früheren Zeiten zu Garben gebunden und vor Ort gedroschen. Die Oldtimer-Dreschmaschine von 1848 wird von einem LANZ-Bulldog mit Hilfe eines Schwungrades über einen Treibriemen angetrieben. Dann wird es laut: Der eigentliche Dreschvorgang geschieht durch Schlagen und Reiben in der Dreschtrommel.


Die Heimatfreunde Stockum/Düren und die H.L.A.N.Z.-Freunde zeigen auf, wie mit der alten Geringhoff-Dreschmaschine die Körner vom Stroh getrennt wurden. Die historische Dreschmaschine hat Reinhard Elfert von Hans Rudolf Rose übernommen.


Das durch den Dreschkorb gedrungene Getreide wird auf Sieben mit Hilfe einer Luftströmung gereinigt, wie Reinhard Elfert dies anschaulich mit Hilfe eines Handsiebes den großen und kleinen Besuchern erklärt. Und hier trennt sich erst die Spreu vom Weizen. Die Körner werden vorne an der Maschine in Jutesäcken gesammelt.


Die Heimatfreunde danken der Mannschaft der H.L.A.N.Z.-Freunde und den vielen freiwilligen Helfern, ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.

Karoline Robbert

 


Ein Prosit auf den renovierten Helenenturm, der in diesem Jahr 165 Jahre alt wird. Von links: Hardy Priester (Verein für Orts und Heimatkunde in der Grafschaft Mark sowie Bürger-Heimat- und Verkehrsverein Heven), Klaus Wiegand (Heimat- und Geschichtsverein Bommern), Bürgermeister Lars König, Hildegard Priebel (Geschichtsverein Annen), Wolfgang Lippert (Heimatfreunde Stockum/Düren).

Foto: Karoline Robbert

Bürgermeister Lars König ließ es sich nicht nehmen, bei der Eröffnung des renovierten Helenenturms dabei zu sein. Er lobte in seiner Ansprache am Sonntag, 13. August, das Engagement der Wittener Heimatvereine, die mit Aktionen und einer Spendensammlung unter anderem dafür gesorgt haben, den Turm wieder für die Öffentlichkeit begehbar zu machen. Zusammengekommen sind Spendengelder in Höhe 60.121,13 Euro und mit dem Förderbescheid in Höhe von 185.000 Euro, den Ina Scharrenbach vom Heimatministerium NRW am 27. Juli 2020 überbrachte, konnte die Renovierung angegangen werden.

Rund 50 Wittener Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um zu begutachten, wie das historische Gebäude von innen und außen verschönert wurde. Seit 2021 wurde an dem Baudenkmal gearbeitet. Es hat sich gelohnt, war die einhellige Meinung der Besucher, die die 144 Stufen erklommen. Oben angekommen sieht man noch ein paar Kabel aus der Wand hängen, denn es fehlen noch die Lampen. „Ganz oben auf der Plattform soll noch eine Panoramatafel angebracht werden“, sagt Wolfgang Lippert, „und auf dieser wird die grandiose Aussicht erklärt.“

Wolfgang Lippert von den Heimatfreunden Stockum/Düren präsentierte auf der Aussichts-Plattform zwölf Panoramaaufnahmen des Hofphotographen Friedrich Göbel (1886) und acht Panoramabilder von Davide Bentivoglio (1966). Die Turmbesteiger konnten so den aktuellen Blick vom Turm mit den historischen Bildern vergleichen. Den Besuchern fiel auf, dass Witten heute viel mehr Bäume hat wie im vorletzten Jahrhundert. Jüngere Besucher fragten nach dem schwarzen Turm neben dem Rathaus auf einem Bild von Davide Bentivoglio. Es zeigt den im Krieg zerstörten Turm der Gedächtniskirche – ein Stück Heimatgeschichte. Der Helenenturm ist seit 1909 im Eigentum der Stadt Witten und unter der laufenden Nummer 100 in der Denkmalliste der Stadt Witten eingetragen.

Karoline Robbert