50 Heimatfreunde aus Stockum und Düren verbrachten den ersten Heimatnachmittag Anfang 2026 auf dem Stockumer Bauernhof Große-Oetringhaus, Am Katteloh 12. Vorausgegangen war eine Veranstaltung zum Thema „Landwirtschaft gestern und heute und erst recht morgen“ im Oktober 2025. Wilhelm Große-Oetringhaus stellte daraufhin seinen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schwerpunkt Pferdepensionshaltung vor. Wo früher Schweine, Kühe und Hühner beherbergt wurden, befinden sich heute etwa 100 Pferde, darunter auch die eigenen vier.

Wilhelm und Sylvia Große-Oetringhaus mit ihrer Deutsch Kurzhaar Jahdhündin Hilde und dem Pferd Calle. Das Ehepaar ist tief mit der Heimat verbunden und würde Stockum nie verlassen.
Der Landwirt und Pferdefachmann Wilhelm Große-Oetringhaus stellt sich vor, indem er sagt: „Ich bin Landwirt, Pferdemann, Hundemann, Fußgänger, Reiter und Jäger.“ Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht und den Schritt vom klassischen Bauernhof zum Pferdehof gewagt. Seine Frau Sylvia unterstützt ihn dabei tatkräftig, wo sie nur kann. Die Leidenschaft für die Reiterei hat sie zusammengebracht, mittlerweile sind sie 35 Jahren verheiratet und betreiben diesen Hof seit 1995 gemeinsam.

Mit den vier eigenen sind insgesamt 100 Pferde auf dem Hof untergebracht. Unterschieden wird in drei Haltungsformen:
1. Innenbox mit Fenster, 2. Paddockhaltung mit Terrasse, 3. Gruppenhaltung im Offenstall.
Die Innenboxen mit Fenster befinden sich in den alten Gebäuden. Wo früher Schweine gehalten wurden, befinden sich heute 24 Pferde.
Die Paddockboxen sind 12 Quadratmeter groß und beherbergen 48 Pferde. Sie haben eine Terrasse von 18 Quadratmetern und die Vierbeiner können selbst entscheiden, ob sie rein oder raus wollen.
Bei der Gruppenhaltung im Offenstall befinden sich sechs Pferde, getrennt nach Stuten und Wallachen, in einer Gruppe. Die Liegefläche ist mit Stroh eingestreut, für die dort untergebrachten 24 Pferde gibt es eine Terrasse von 400 Quadratmetern.
Zu den Pferden haben die Eheleute eine besondere Beziehung: Sylvia versorgt morgens die Vierbeiner, ist eng mit den Tieren verbunden, kennt alle mit Namen. Neben der täglichen Tierpflege kümmert sie sich auch um Verwaltung, Boxenvermietung und Buchführung. Die Pferde machen keine Probleme, im Gegensatz zu der zunehmenden Bürokratie.
Auch die Nachfolge dieses Betriebes ist gesichert: Sie haben zwei Töchter, wobei die jüngere später den Betrieb übernehmen wird, sie hat Pferdewirtschaft studiert und ist ausgebildete Pferdewirtschaftsmeisterin.

Dieser landwirtschaftliche Hof hat eine lange Tradition und gehört vermutlich zu den ältesten Höfen des Dorfes Stockums, mit einer Erwähnung aus dem Jahr 1486 dem Hof Alde Pasmann. Das Areal hatte historisch neben der Landwirtschaft auch Bedeutung im Bergbau. An der Stelle der heutigen Reithalle stand früher eine Scheune, die als Waschkaue der Zeche „Am Katteloh“ genutzt wurde, angegliedert war auch eine Schnapsbrennerei, die "Paschmänner" herstellte und auch vertrieb.
Dieser Heimatnachmittag vermittelte den Besuchern einen Einblick in einen landwirtschaftlichen Betrieb mit einer modernen Pferdepensionshaltung und zeigt, wie sehr sich die Landwirtschaft im Laufe der Jahrhunderte auch in unserem Dorf gewandelt hat: „Vom Ackergaul zum Pferdehof“.
Karoline Robbert
