„Rund 70.000 Bürgerinnen und Bürger besuchen jedes Jahr den Landtag in NRW“, so Angela Freimuth. Und auch die Heimatfreunde Stockum/Düren statteten dem Landtag am Mittwoch, 14. November 2018, einen Besuch ab. Vor unserem Eintritt in das architektonisch beeindruckende Gebäude erkundeten wir das Düsseldorf Rheinufer am Medienhafen.

„Der Landtag ist das Haus der Bürgerinnen und Bürger“, so begann die Einführung: Hier erfuhren wir alles Wichtige rund um das nordrhein-westfälische Parlament und die Tätigkeiten der Abgeordneten. Der Landtag verabschiedet die Gesetze des Landes, nachdem die Abgeordneten entsprechende Entwürfe zuvor in den Ausschüssen und im Plenum beraten und debattiert haben.

Der Plenarsaal ist ein offenes Fenster zur Öffentlichkeit und Besucher sind jederzeit willkommen. Hier passiert nichts Geheimes, alles wird protokolliert und auch ins Internet gestellt. Wir konnten eine Plenarsitzung von der Besuchertribüne aus verfolgen. Zwei interessante Punkte wurden gerade verhandelt. Dabei ging es um den Kohleausstieg und die Digitalisierung. In einer Fragestunde debattierte Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart mit den Abgeordneten. Und auch die Grünen-Abgeordnete Verena Schäffer stellte Fragen zu diesem Thema. Bei dem anschließenden Beratungsverfahren ging es um die Digitalisierung, auch ein zurzeit sehr interessantes Thema. Und über allem wachte die Vizepräsidentin Angela Freimuth, die uns zu einer anschließenden Diskussion empfing.

Foto Lantag NRW, Text: Karoline Robbert

22 Exponate - Fotoapparate, Filmkameras, Projektoren sowie ein Kopier- und Vergrößerungsgerät - spendeten die Heimatfreunde Stockum/Düren an das „3F – das Deutsche Museum für Foto, Film- und Fernsehtechnik in Deidesheim. Dr. Wolfgang Immel (Vorstand des Fördervereins und Gründer des Museums), Udo Uhrig (ehrenamtlicher Foto-Spezialist und Sachverständiger), Ernst Probst (zuständig für Ton- und Filmtechnik) v.li. freuten sich über die Spende und nahmen sie von Karoline Robbert (Archivarin der Heimatfreunde Stockum/Düren) dankend entgegen. Die alten Schätze stammen aus der Ausstellung zum Thema Foto und Film im Schaufenster der Heimatfreunde. Alle Exponate wurden von Wittener Bürgern gespendet.

Im „3F – das Deutsche Museum für Foto-, Film- und Fernsehtechnik“ in Deidesheim selbst gibt es jede Menge zu entdecken. Von den ersten Glasplattenkameras bis zu digitalen Fotokameras spannt sich die Bandbreite. Zu sehen gibt es auch die größten und die kleinsten Fotoapparate. Ansteckbare und klappbare Rollfilmkameras, Spiegelreflex-, Systemkameras und jede Menge Zubehör erfreuen das Herz eines jeden Sammlers. Faszinierend ist auch der Bereich Filmtechnik, hier kann man viele alte Kameras und Projektoren bewundern: Von Geräten mit Handkurbelbetrieb bis zu elektronischen und vollautomatischen Filmkameras verschiedener Formate. Anhand anschaulicher Modelle werden die Grundlagen der Fernseh- und Videotechnikg dargestellt.

Foto: Günter Robbert

Die jährliche Exkursion der Heimatfreunde Stockum/Düren führte uns am 12. Juni 2018 in eine Dokumentationsstätte der besonderen Art, die sogar zum europäischen Kulturerbe erklärt wurde. Es war einmal der geheimste Ort unserer Republik und befindet sich in der Südeifel bei Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der ehemalige Regierungsbunker öffnete für uns seine atombombensicheren Tore. Die Fassadenplatten aus Stahl am Eingang des früher streng abgeschirmten Bunkers verfärben sich mittlerweile rostrot, und wir gelangen in eine Unterwelt, die es offiziell nie gegeben hat. Ein „Hotel zum letzten Stündchen“, wie das Wartungspersonal dieses Tunnelsystem taufte.


Der Eingang in die Unterwelt.

110 Meter tief unter den Weinbergen an der Ahr verbirgt sich dieses Dokument des "Kalten Krieges": Der Regierungsbunker, der im Amtsdeutsch „Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung derer Funktionstüchtigkeit“ genannt wird. Er wurde nach dem Zweiten Weltkrieg –
genauer gesagt bis 1971 – errichtet und sollte die politische Elite vor einem Atomangriff schützen.


Das Präsidialamt und das Schlafzimmer des Bundeskanzlers.

Dieser Bunker hatte Platz für 3000 sogenannte Funktionsträger, dazu zählten auch der Bundeskanzler und der Bundespräsident. Unter größter Geheimhaltung entstand unter den Weinterrassen und Wanderwegen im Ahrtal eine Kleinstadt. In zwei niemals fertiggestellten Eisenbahntunnels entstand unter größter Geheimhaltung in den Jahren 1960 bis 1972 ein Bunkersystem von insgesamt 17,3 Kilometer. Dieses Tunnelsystem sollte vor einem Atomangriff schützen, denn es lag nur rund 25 Kilometer von der damaligen Hauptstadt Bonn entfernt.


Die Tunnelanlage im Quer- und Längsschnitt.

Wenn man den Bunker betritt und die riesigen Tore sieht, wird einem schon ein bisschen mulmig. Es riecht muffig und man fragt sich, wie hätte man hier überlebt, falls es zu einem Atomangriff gekommen wäre. Heute weiß man, die Bunkeranlage hätte gerade mal einer 20-Kilotonnen-Bombe standgehalten, vergleichbar mit der Sprengkraft einer Hiroshima-Bombe. Und auch das simulierte, ohrenbetäubende Geräusch, wenn sich das Haupttor schließt, löst Beklemmungen aus.

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Warnhinweis bei einem 25-Tonnen-Tor und endlos lange Tunnel.

Gleich hinter dem Eingang befand sich eine Dekontaminationsanlage. Diese sollte Menschen, die mit Radioaktivität in Berührung kamen, reinigen, damit keine Strahlung in den Bunker gelangen konnte. Es gab zwei Tiefenbrunnen, Luftfilter, Stromaggregate, fünf Kantinen und eine ökumenische Kirche, Operations- und Sanitätsräume, Plenarsäle, ein Ersatzteillager, Büros und Werkräume. Die Wohn-und Schlafräume lagen im oberen Geschoss.

 
Das Zentrum der Macht - im sogenannten sicheren Teil des Bunkers befanden sich eine Kommando- und Kommunikationszentrale.


Es gab mehrere Waschräume und Schlafkammern mit vier Etagenbetten.


Hier befanden sich ein Fernsehstudio für Live-Übertragungen und sogar einen Friseursalon.


Im Krankenzimmer und auch der auch der Zahnarzt konnte hier bohren.


Die Vorräte für die Küche hätten etwa 30 Tage gereicht.


Im Kontrollraum befinden sich Schutzanzüge und Gasmasken für den Notfall.

Der Bunker wurde 1997 stillgelegt und bis 2005 demontiert; das Staatsgeheimnis wurde ausrangiert. Die Regierung gab den Bunker auf und suchte eine kommerzielle Nutzung. So konnte mit Unterstützung des Heimatvereins Alt-Ahrweiler ein 203 Meter langes Stollenstück mit originalen Einrichtungsgegenständen erhalten werden.


Damit die Besucher sich eine Vorstellung von den ursprünglichen Ausmaßen dieses Relikts des "Kalten Krieges" machen können, wurde am Ende des Ganges ein Gitter installiert und man schaut durch eine Röhre tief in den Berg hinein.

Text: Karoline Robbert. Fotos: Jürgen Kaufmann und Karoline Robbert

Weiter führte uns unsere Exkursion am 12. Juni 2018 nach Mayen in die Vulkaneifel. Ein liebenswerter Ort für Bewohner und Gäste, eine Stadt mit reichlich Kultur und umgeben von vielen Sehenswürdigkeit. Zwei Wahrzeichen zeichnen die Stadt aus: die Genovevaburg und der schiefe Turm der St. Clemenskirche.


Hoch über der Stadt thront die Genovevaburg. Im Jahr 1280 ließ Erzbischof Heinrich von Finstingen diese Burg errichten. Sie wurde als Wehrburg erbaut und nach Pfalzgräfin Genoveva (rechts) benannt.


Unsere Führung startete auf dem Marktplatz mit dem alten Rathaus. Es stammt aus dem Jahr 1717 und wurde im barocken Stil erbaut. Hier ist auch das Zentrum der Stadt Mayen. Die St. Clemenskirche (rechts) aus dem 14. Jahrhundert mit ihrem schiefen Turm. Der gedrehte Turm ragt konstruktionsbedingt und durch Witterungseinflüsse um 1,70 Meter aus dem Lot.


Im Mittelalter war die Stadt von einer acht bis 12 Meter hohen Mauer mit insgesamt 16 Türmen umschlossen. Von den Stadttoren sind das Brückentor und das Obertor (rechts) sehr gut erhalten sowie Teile der Stadtmauer mit restauriertem Wehrgang, der bis zur Genovevaburg führt.


Sehenswert ist auch die Herz-Jesu-Kirche, ein neuromanischer Bau des bekannten Kirchenmeister Casper Clemens Pickel. Sie wurde in nur 13 Monaten erbaut – in den Jahren 1911 und 1912. 43 Meter hoch sind die beiden Türme, die das Stadtbild prägen.

Die erste Ansiedlung der Stadt Mayen wird auf das Jahr etwa 3.000 v. Chr. datiert. Schon die Kelten und die Römer haben hier ihre Spuren hinterlassen, die man heute noch erkennen kann.

Text: Karoline Robbert, Fotos: Jürgen Kaufmann und Karoline Robbert