Für alle Freunde des Helenenturms und für alle kleinen und großen Spender gibt es eine gute Nachricht. Der Helenenturm soll im nächsten Jahr saniert werden. Die Arbeitsgemeinschaft der Wittener Heimatvereine richtete zwei Aktionstage aus und sammelte Spenden.

 
Hildegard Priebel und Wolfgang Lippert öffneten die Tür des sonst geschlossenen Wahrzeichen für die Besucher

Unter dem Motto „Für einen Euro auf den Turm“ hielten sie den Aussichtspunkt an zwei Tagen geöffnet. Die Heimatvereine stellten sich vor und boten Kaffee und Kuchen an. Diese Aktionen haben sich gelohnt, und die Besucher spendeten großzügig, denn sie möchten, dass der Turm renoviert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Es kamen 2.718 Euro zusammen, die nun gemeinsam mit dem Fördergeld des Landes NRW für die Sanierung vorgesehen sind. Auch die Volksbank sammelte auf ihrem Portal „Heimathelden“ für die Renovierung des Turmes: 2.055 Euro sind bis Anfang November 2020 zusammengekommen.

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach übergab den bewilligten Förderbescheid des Landes NRW über 185.000 Euro am Montag, 27. Juli 2020, persönlich an die Stadt Witten. Mit dieser Förderung und einer großzügigen Spende der Sparkasse Witten in Höhe von 50.000 Euro sowie Eigenmitteln der Stadt soll die Herrichtung und Inszenierung des Turms realisiert werden. Darüber hinaus ist jedoch weitere Unterstützung notwendig, die die Wittener Heimatvereine gerne verwirklichen möchten. Denn es gibt viel zu tun an dem 30 Meter hohen Turm mit Zinnenkranz, der an einen mittelalterlichen Bergfried erinnert: Der Putz bröckelt von den mit Graffiti beschmierten Wänden, die Fenster und das Geländer müssen aufgearbeitet werden. Das Mauerwerk muss neu verfugt, das Dach abgedichtet werden. Bis alles für die Besucher begehbar ist, wird es noch einige Zeit dauern. Nach Beendigung der Bauarbeiten sollen auf der Aussichtsplattform Schilder angebracht werden, die das Panorama näher erklären. Außerdem soll mit interaktiven Informationen an die Geschichte des Helenenturms erinnert werden.


Zu dem 30 Meter hohen Turmbau kam es im Jahr 1858 nach einem Streit über verbriefte Fährentgelte über die Ruhr von Witten nach Bommern. Der Fabrikant Johann-Friedrich Lohmann klagte auf Anerkennung seiner Rechte durch die verschiedenen Instanzen bis zum Gericht in Berlin. Vertreten wurde er dort von seinem Schwiegersohn Eduard Strohn. Dessen Ehefrau Helene Strohn, geb. Lohmann, starb noch während des Prozesses bei der Geburt ihres achten Kindes. Lohmann gewann den Prozess und er bekam den strittigen Geldbetrag ausgezahlt, der sich auf einem Sonderkonto angesammelt hatte. Justizrat Eduard Strohn verzichtete auf sein Honorar und erbaute von diesem Geld zu Ehren seiner Frau Helene dieses Privatdenkmal. „So ist dieser grandiose Aussichtspunkt auch eine steingewordene Liebeserklärung“, meint Stadtführerin Hildegard Priebel, „sozusagen das Taj Mahal von Witten.“

Zur Neueröffnung und Einweihung des renovierten Denkmals ist ein Heimattag am Helenenturm geplant, dazu wird die Arbeitsgemeinschaft der Wittener Heimatvereine einladen. Die Arbeitsgemeinschaft setzt sich zusammen aus dem Bürger- und Heimatverein Heven, dem Geschichtsverein Annen, dem Heimatund Geschichtsverein Bommern, den Heimatfreunden Stockum/Düren, dem Verein für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark und dem Förderverein Westfälisches Industriemuseum Zeche Nachtigall.

Vom Helenenturm hat man den schönsten Blick auf Witten


Die Wittener Heimatvereine bitten um Ihre Unterstützung:
Bankverbindung: Heimatfreunde Stockum/Düren e. V.
Stichwort: Helenenturm
Sparkasse Witten: DE04 4525 0035 0000 4300 82