Zum 120-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Witten, Löscheinheit Stockum, präsentieren die Heimatfreunde Stockum/Düren eine kleine Ausstellung zum Thema Brandbekämpfung. Albert Willenborg, Brandoberinspektor und Löscheinheitsführer, Sören Meyer, Jugengruppenleiter, und Bernd Wittke, Hautpfeuerwehrmann, (v.li.) besorgten die Feuerwehrutensilien. Darunter sind zwei Schaufensterpuppen bekleidet mit Einsatz-und Ausgehuniform. Neben B- und C-Strahlrohren, ein C-Schlauch mit Hohlstrahlrohr, Feuerwehräxte, Sicherheits- und Hakengurte sowie ein Not-Signalhorn aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Foto: Karoline Robbert


Es war am 19. August 1899 als 72 Männer aus Stockum und Düren beschlossen, einen Löschverband zu gründen.
Foto: Archiv Heimatfreunde Stockum/Düren

Unter dem Leitspruch:

„Stockum und Düren sind eng verwandt, woll‘n bilden einen Löschverband, woll’n retten gemeinsam in der Not, des Nächsten Habe, ohne Lohn“.

Doch schon lange Zeit vorher kümmerten sich Bürger um die Brandbekämpfung. Bereits am 20. März 1817 trafen sich Stockumer und Dürener auf der Gildstelle (Ecke Mittelstraße/Gerdesstraße), um zu beraten, welche Maßnahmen getroffen werden müssten, um möglichst schnell bei einem Brand handeln zu können.

Als Vorsorgeleistung beschlossen die Bewohner einen „Spring“ - also einen Brunnen - zu bauen. Dieser „Spring“ wurde im damaligen Dorfkern, in der Nähe der Gildstelle und der alten Schule errichtet, weil sich dort eine der wasserreichsten Stellen Stockums befindet. Nun waren die Bewohner verpflichtet, im Falle eines Brandes Löschwasser zu schöpfen.

Der Grundstein war gelegt, die Versammlungsteilnehmer waren sich einig. Zur ersten Wehrausrüstung gehörten: eine Drucksaugspritze, zwei Kuffen, ein Gerätewagen mit Schlauchhaspel und 120 Meter Hanfschlauch. Die Wehr wurde damals in vier Mannschaften gruppiert: Steigermannschaft, Spritzenmannschaft, Kuppenmannschaft und Ordnungsmannschaft. Sirenen waren den damaligen Feuerwehrleuten noch unbekannt. Alarm wurde mit Signalhörnern gegeben, die jedoch nur an die Mitglieder ausgegeben wurden, die in ihrer Militärzeit Hornisten waren.

Eine weitere Sicherheitsmaßnahme wurde beschlossen, als sich der Ort nach und nach vergrößerte. Jeder Hausbesitzer musste nun eine Leiter, einen Feuerhaken, eine Laterne und einen Eimer haben. Eine Kontrollkommission, die sogenannte „Feuervisitation“ prüfte jährlich, ob alles in Ordnung war.

Die ersten Uniformen aus grauem Tuch wurden vom Schneidermeister Ludwig Kirch gearbeitet. Jeder Feuerwehrmann musste für den Gebrauch der Uniform 5 Mark Kaution hinterlegen, die er zwar bei einem eventuellen Austritt wieder erhielt – aber nur, wenn das Kleidungsstück in einwandfreiem Zustand war.

Weitere wichtige Gerätschaften, wie Helme, Gurte, Taue und Leitern lieferte die Firma Meyer aus dem benachbarten Hagen. Diejenigen Wehrleute, die für das Reinigen der Geräte zuständig waren, bekamen einen jährlichen Obolus von 20 Mark.

Erst 1937, acht Jahre nach der Eingemeindung nach Witten, bekamen die Stockumer ein motorisiertes Löschfahrzeug, das den Anforderungen der damaligen Zeit entsprach.

Im Gerätehaus am Heuweg, das im September 1960 eingeweiht wurde, stehen derzeit ein Mannschaftstransportwagen und ein Hilfeleistungslöschfahrzeug. Heute zählt der Stockumer Löschzug 30 Personen. Auf 80 bis 100 Einsätze kommt der Stockumer Löschverband jährlich.

Die Freiwillige Feuerwehr ist allerdings nicht nur damit beschäftigt, Feuer zu löschen. Ein Großteil der Einsätze hat nichts mit Feuer zu tun, sondern eher mit technischer Hilfeleistung. Beispiele sind die Rettung von Personen aus verunfallten Kraftfahrzeugen oder das Leerpumpen vollgelaufener Keller nach einem Unwetter.