Weiter führte unsere Exkursion am Samstag, 25. Mai, in das Deutsche Klingenmuseum Solingen im Stadtteil Gräfrath. Solingen ist die Klingenstadt, das ist allgemein bekannt, und was Solingen einst berühmt gemacht hat, ist hier mannigfaltig ausgestellt: Schneidwaren, Hieb- und Stichwaffen des Mittelalters, die Geschichte der Tischkultur mit ihren vielfältigen Besteckformen; an wohl keinem anderen Ort Deutschlands sind diese scheinbaren Alltäglichkeiten so kompakt präsent wie hier.


Schon am Eingang begrüßt uns eine große Schere. Das Museum befindet sich in einem Gebäudeteil eines ehemaligen Klosters.


Ein Gang durch die Geschichte der Tischkultur. Durch den Erwerb zweier großer Bestecksammlungen besitzt das Museum inzwischen die umfangreichste Bestecksammlung der Welt. Dazu gehören beispielsweise Klingen von Solinger Meistern, barocke Bestecke und Speiseutensilien für die Reise.

 
Es ist aber auch ein Gang durch die Geschichte der blanken Waffen aus der gesamten Welt, vom Bronzeschwert aus dem Iran bis hin zum Prunkdegen der Neuzeit.

Hier kann man die regionale Geschichte der Klinge messerscharf erleben, manifestiert in Blankwaffen, Bestecken, Messern und Schneidgeräten. Die Vielfalt der Exponate vom bronzezeitlichen Schwert bis zum zeitgenössischen Besteck erläutert zugleich die Entwicklung und Bedeutung des Schneidens für die Geschichte der Menschheit.


Seit einem Jahrhundert wird gesammelt. Bereits im Jahr 1904 richtete die Solinger Fachschule für Metallgestaltung eine Vorbilder-Sammlung für die Schüler ein. Sehr bald wuchs dieser Fundus – durch systematische Ankäufe, Geschenke und Stiftungen. Schwerpunkte bildeten sich. Die Sammlungen wurden intensiv und weit über den ursprünglichen Solinger Bezug hinaus ausgebaut, sodass nun ein enzyklopädischer Blick auf die Geschichte alles Schneidenden möglich ist.


Besonders sehenswert sind auch diese Prachtstücke: ein aus unendlich vielen kleinen Scheren zusammengesetzter Pfau sowie eine astronomische Uhr von 1791. Sie zeigt neben der Uhrzeit auch Wochentag, Mondphase, den Lauf der Planeten sowie den Monat an. Ein Glocken- sowie ein Orgelspielwerk lassen zu festgelegten Zeiten verschiedene Melodien ertönen.

Ein absolut lohnenswerter Besuch und eine wahre Schatztruhe der Geschichte.

Text und Fotos: Karoline Robbert