31 Heimatfreunde aus Stockum und Düren nahmen an der jährlichen Exkursion am Samstag, 25. Mai 2019, teil. Sie führte diesmal ins Rheinland in das LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford in Ratingen. Dort wurde im Jahre 1783 die erste mechanische Baumwollspinnerei von Johann Gottfried Brügelmann auf dem europäischen Kontinent gegründet.

Wo früher unzählige Webstühle surrten, befindet sich heute ein einzigartiges Museum, das die Verarbeitung von dem Rohstoff Baumwolle zum fertigen Garn originalgetreu an nachgebauten Maschinen aus dem 18. Jarhhundert zeigt. Auch die Arbeitsbedingungen der Frauen, Männer und Kinder in den Spinnsälen sind ein Thema bei der Führung durch die Gebäude, die vor über 200 Jahren errichtet wurden.


Die "Waterframe-Spinnmaschine" ist das Herzstück dieses Museums und funktioniert heute noch genau wie damals. Knarrend dreht sich das hölzerne, riesige Wasserrad und treibt sämtlich Spinnmaschinen an.


Klappernd spinnen die komplizierten Maschinen aus Holz und Messingzahnrädern die Baumwolle zu Garn, wie  schon vor rund 200 Jahren.

 
Das prachtvolle Herrenhaus Cromford war die Schaltzentrale des einst bedeutenden Unternehmens und gleichzeitig bürgerliches Wohnhaus der Fabrikantenfamilie Brügelmann. Es wurde im Stil eines adligen Lustschlosses des Spätbarocks erbaut. In den 14 Räumen des Gebäudes werden die Familienmitglieder wieder lebendig.


Im ersten Stock erwartet die Besucherinnen und Besucher der repräsentative Höhepunkt des Hauses: der Gartensaal. Der fast kreisrunde Saal ist an den Wänden mit klassischen Landschaftsmalereien versehen.

Im Industriemuseum Textilfabrik Cromford kann man erleben, wie es damals in einer Baumwollspinnerei zuging. Es war laut, eng und stickig. Auch über die Arbeitsbedingungen zur damaligen Zeit wurde informiert - sowie über das Schicksal der vielen Kinder die hier beschäftig waren.

Text und Fotos: Karoline Robbert