„Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“, war der weltbewegende, erste Satz, den ein Mensch am Telefon sprach. Am 26. Oktober 1861 stellte der deutsche Lehrer Philipp Reis sein Telefon – Fernsprecher genannt – erstmals der Öffentlichkeit vor. Er war der erste, der eine Verbindung aufbaute, bei denen Menschen Sätze austauschen konnten, und er gilt als Schöpfer des Wortes „Telephon“.


Die Heimatfreunde Stockum/Düren besichtigten am 17. April 2018 das Telefonmuseum in Bochum.


Der Ehrenamtler Hans Dahr nahm uns mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der elektrischen Datenübermittlung, und es war für alle eine Freude ihm zuzuhören. Hier kann man die Technik entdecken und auch alle Apparate ausprobieren.

Damals war die Erfindung des Telefons eine Sensation: Sätze waren gut zu verstehen und auch Musik ließ sich übertragen. Doch dem Physiker Philipp Reis gelang es nicht, mit seiner Entwicklung Geld zu verdienen. Der Schotte Alexander Graham Bell entwickelte seine Erfindung weiter. Er beantragte erstmals am 14. Februar 1876 ein Patent. Wer ein Patent für eine Erfindung bekommt, hat bestimmte Rechte.


Der pensionierte Fernmeldetechniker Hans Dahr (76) erklärte die Technik der ältesten Fernsprecher. Früher wurde noch gekurbelt und das Fräulein vom Amt verstöpselte die Anrufer mit der richtigen Nummer.


Später entwickelte man Bakelit-Telefone mit Drehscheibe. „Die ersten Wählscheiben“, so Dahr, „nannte man Schlagringe“. Auch eine gelbe Telefonzelle und präparierte Münzen, um kostenlos zu telefonieren, können im Bochumer Museum bewundert werden.

Und die DDR hinkte mit ihrer Technik nicht hinterher. Die Stasi brauchte nicht zu verwanzen, sie schaltete einfach das Mikrofon des Telefons ein und Gespräche im Raum konnten abgehört werden. Denn der DDR-Telefonstecker hatte bereits fünf Kontakte (Messer), während es bei der Deutschen Bundespost nur vier waren.


In der Schaltzentrale zeigt sich die Telefontechnik der verschiedenen Jahrzehnte, und es klingelt und klackert, wenn angerufen wird. Auf Magnetbändern wurde ein Stück Zeitgeschichte festgehalten. Es läuft die Zeitansage: Beim nächsten Ton ist es...

Heute nutzen weltweit die Menschen das Handy sowie das Smartphone wie selbstverständlich, täglich und überall. Konnte man früher nur über das Kabel telefonieren, so kann man heute auch im Internet surfen, Nachrichten versenden, Fotos machen, Musik hören uvm.

Doch Kurt Tucholsky, erkannte schon am 12. Januar 1930 die Dimension dieser Erfindung und prägte das Zitat:

„Was wäre der Mensch ohne Telefon? Ein armes Luder.
Was ist er aber mit Telefon? Ein armes Luder.“


Text und Fotos: Karoline Robbert