Predrag Filko (links), Koch und Inhaber des Hotels und Restaurants Specht, bewirtete rund 80 Gäste beim Grünkohlessen der Heimatfreunde Stockum/Düren am 22. Januar 2020. Unterstützt wurde er dabei von seiner gesamten Familie. Es war wieder mal ein gelungener Abend, und das winterliche Essen hat allen sehr gut geschmeckt. Gefragt war auch der neu erschienene "Einblick Nr. 11" und auch einige restlichen Kalender für dieses Jahr fanden noch Abnehmer. Zum Abschluss des Abends wurden Filme vom Schaupflügen, von der Aktion "Rettet den Helenenturm" und der Exkursion nach Ratingen mit Besichtigung der ehemaligen Baumwollspinnerei Cromford gezeigt. Am Ende waren sich alle darüber einig, dass die nächste Veranstaltung, die Jahreshauptversammlung am Dienstag, 24. März, wieder in den Räumen der Gaststätte Specht stattfinden soll, und alle freuen sich auf die nächsten gemeinsamen Aktivitäten.
                                                                                                                                    Text und Foto Karoline Robbert

Liebe Heimatfreunde, liebe Leser,

wir blicken wieder mal zurück in unser Dorf und haben uns diesmal als Hauptthema dieses Heftes das „Schulwesen von Stockum und Düren“ ausgesucht. Der frühere Lehrer und Heimatforscher Walter Giersch hat seine Erinnerungen niedergeschrieben. Er unterrichte von 1946 bis 1985 an der Harkortschule und hat in dieser Zeit viel erlebt und zum Glück auch ein Tagebuch geführt. Viele Stockumer werden sich gerne an den beliebten Pädagogen erinnern. Er hat uns eine umfangreiche Abhandlung über die Stockumer Schulgeschichte hinterlassen. Diese haben wir uns vorgenommen und überarbeitet. Sicherlich erinnern sich einige Stockumer noch an ihre eigene Schulzeit und können Geschichten und Anekdoten erzählen. Wer unsere Ausführungen ergänzen und dazu beitragen möchte, diese der Nachwelt zu erhalten, ist gerne bei uns im Heimatstübchen willkommen. Auch über alte Fotos, gerne auch Bilder von Schulklassen, würden wir uns freuen. Sie finden uns jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr im Heimatstübchen, Hörder Straße 367. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Außerdem erinnern wir in diesem Heft an das 120-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr - Löscheinheit Stockum, berichten über das neue Seniorenheim, das in diesem Jahr Richtfest feiern konnte, und stellen unseren Kalender für das nächste Jahr – mit Luftaufnahmen von Stockum und Düren – vor.

Wir werfen einen Blick zurück auf unsere Ausflüge, an denen auch Nichtmitglieder teilnehmen können, sofern noch freie Plätze vorhanden sind.

Ihre besondere Aufmerksamkeit möchten wir auf die Aktion am Helenenturm richten, die trotz des schlechten Wetters von Erfolg gekrönt war.

Freuen Sie sich auf eine interessante Lektüre über unsere Heimat Stockum und Düren.

Ihre Heimatfreunde aus Stockum und Düren

Das Heft gibt es im Heimatstübchen, Hörder Straße 367, Öffnungszeiten: donnerstags von 15 bis 17 Uhr. Für Mitglieder der Heimatfreunde Stockum/Düren ist der Heftpreis mit dem Jahresbeitrag bezahlt. Für Nichtmitglieder wird eine Schutzgebühr von 3 € erhoben.


Ackern wie vor über 80 Jahren hieß es am Sonntag, 1. September, wieder auf dem Vöckenberg in Stockum und rund 350 Schaulustige waren gekommen. Bei den Heimatfreunden Stockum/Düren stand bereits zum sechsten Mal die historische Landtechnik im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den H.L.A.N.Z.-Freunden Ruhrgebiet kamen rund 40 Traktoren und UNIMOGs sowie ein Dutzend historische Pflüge zum Einsatz.


„Diese Technik der Bodenbearbeitung wird in der Praxis schon lange nicht mehr verwendet“, erläuterte Landwirt Heinrich-Wilhelm Düren, „denn die neuen Maschinen können deutlich mehr, und der Boden wird anders umgebrochen.“ Mit den historischen Pflügen wurden exakt gerade Furchen in den Acker gezogen, genauso wie es früher üblich war. Heinrich-Wilhelm Düren erklärte ausführlich die Funktionsweise der historischen Schätzchen. Die Oldtimer-Traktoren und die alten Pfluggeräte zogen die Blicke der Besucher auf sich. Da wurde so manches Mal gefachsimpelt und in eigenen Erinnerungen geschwelgt.


Für die Zuschauer war es ein Riesenspaß und die kleinen Besucher wurden von den alten Fahrzeugen magisch angezogen. Die Mädchen und Jungen durften auf den knatternden Oldtimer-Traktoren mitfahren und drehten auf dem Anhänger sitzend so manche Runde.


Neben dem landwirtschaftlichen Geschick und der beeindruckenden Technik wurden Hunger und Durst der Gäste wie gewohnt mit einem entsprechenden Angebot gestillt. Das Team des Heimatvereins hatte alle Hände voll zu tun. Am Ende war kein Stück Kuchen und auch keine Wurst mehr übrig geblieben.


Die Heimatfreunde Stockum/Düren erinnerten mit dieser Aktion an die landwirtschaftliche Vergangenheit des Dorfes Stockum und bedanken sich ganz herzlich bei den H.L.A.N.Z.-Freunden Ruhrgebiet für die Unterstützung. Im nächsten Jahr soll es wieder einen Dreschtag geben.

                                                                             Karoline Robbert


Es war am 19. August 1899 als 72 Männer aus Stockum und Düren beschlossen, einen Löschverband zu gründen.
Unter dem Leitspruch:

„Stockum und Düren sind eng verwandt, woll‘n bilden einen Löschverband, woll’n retten gemeinsam in der Not, des Nächsten Habe, ohne Lohn“.

Doch schon lange Zeit vorher kümmerten sich Bürger um die Brandbekämpfung. Bereits am 20. März 1817 trafen sich Stockumer und Dürener auf der Gildstelle (Ecke Mittelstraße/Gerdesstraße), um zu beraten, welche Maßnahmen getroffen werden müssten, um möglichst schnell bei einem Brand handeln zu können.

Als Vorsorgeleistung beschlossen die Bewohner einen „Spring“ - also einen Brunnen - zu bauen. Dieser „Spring“ wurde im damaligen Dorfkern, in der Nähe der Gildstelle und der alten Schule errichtet, weil sich dort eine der wasserreichsten Stellen Stockums befindet. Nun waren die Bewohner verpflichtet, im Falle eines Brandes Löschwasser zu schöpfen.

Der Grundstein war gelegt, die Versammlungsteilnehmer waren sich einig. Zur ersten Wehrausrüstung gehörten: eine Drucksaugspritze, zwei Kuffen, ein Gerätewagen mit Schlauchhaspel und 120 Meter Hanfschlauch. Die Wehr wurde damals in vier Mannschaften gruppiert: Steigermannschaft, Spritzenmannschaft, Kuppenmannschaft und Ordnungsmannschaft. Sirenen waren den damaligen Feuerwehrleuten noch unbekannt. Alarm wurde mit Signalhörnern gegeben, die jedoch nur an die Mitglieder ausgegeben wurden, die in ihrer Militärzeit Hornisten waren.


Feuerwehrleute und ein alter Feuerwehrpumpwagen aus dem 19. Jahrhundert. Fotos: Archiv Heimatfreunde Stockum/Düren.

Eine weitere Sicherheitsmaßnahme wurde beschlossen, als sich der Ort nach und nach vergrößerte. Jeder Hausbesitzer musste nun eine Leiter, einen Feuerhaken, eine Laterne und einen Eimer haben. Eine Kontrollkommission, die sogenannte „Feuervisitation“ prüfte jährlich, ob alles in Ordnung war.

Die ersten Uniformen aus grauem Tuch wurden vom Schneidermeister Ludwig Kirch gearbeitet. Jeder Feuerwehrmann musste für den Gebrauch der Uniform 5 Mark Kaution hinterlegen, die er zwar bei einem eventuellen Austritt wieder erhielt – aber nur, wenn das Kleidungsstück in einwandfreiem Zustand war.

Weitere wichtige Gerätschaften, wie Helme, Gurte, Taue und Leitern lieferte die Firma Meyer aus dem benachbarten Hagen. Diejenigen Wehrleute, die für das Reinigen der Geräte zuständig waren, bekamen einen jährlichen Obolus von 20 Mark.

Erst 1937, acht Jahre nach der Eingemeindung nach Witten, bekamen die Stockumer ein motorisiertes Löschfahrzeug, das den Anforderungen der damaligen Zeit entsprach.

Im Gerätehaus am Heuweg, das im September 1960 eingeweiht wurde, stehen derzeit ein Mannschaftstransportwagen und ein Hilfeleistungslöschfahrzeug. Heute zählt der Stockumer Löschzug 30 Personen. Auf 80 bis 100 Einsätze kommt der Stockumer Löschverband jährlich.

Die Freiwillige Feuerwehr ist allerdings nicht nur damit beschäftigt, Feuer zu löschen. Ein Großteil der Einsätze hat nichts mit Feuer zu tun, sondern eher mit technischer Hilfeleistung. Beispiele sind die Rettung von Personen aus verunfallten Kraftfahrzeugen oder das Leerpumpen vollgelaufener Keller nach einem Unwetter.