Die ersten Bügeleisen – auch Plätteisen oder Glätteisen genannt - sind aus dem 15. Jahrhundert bekannt. Sie bestanden aus einer massiven Metallplatte mit Griff, die auf einer heißen Ofenplatte erhitzt werden musste. Aus dem späten 17. und dem 18. Jahrhundert sind hohle Plätteisen (auch Kasteneisen) erhalten. Von der durch eine Klappe verschlossenen Rückseite her wurde eine im Feuer erhitzte eiserne Platte in den Hohlraum eingeführt, um die Sohle zu erhitzen. Solche Eisen wurden bis ins 19. Jahrhundert hinein benutzt. Eine Weiterentwicklung im späteren 19. Jahrhundert war die Ochsenzunge: Hier wird ein Eisenstück – nach seiner Form oft als „Ochsenzunge“ bezeichnet – von hinten in das Bügeleisen eingeschoben und mit einer Klappe verschlossen. Im späten 19. Jahrhundert trat das Kohle-Bügeleisen auf, in dessen vergrößerten Hohlraum glühende Kohlen gefüllt wurden. Bei Wechselgriffbügeleisen wurde der Griff des erkalteten Bügeleisens abgenommen und auf ein zweites, auf dem Ofen erwärmtes Eisen eingeklinkt, das kalte Eisen auf dem heißen Ofen abgestellt. Karoline Robbert


Hedwig Knorn (geb. Hake), die älteste Wittenerin ist mit 107 Jahren gestorben. Omma Hetti, wie sie liebevoll genannt wurde, lebte seit ihrer Geburt in Stockum und ist ihrem Stadtteil immer treu geblieben. Sie war ein fröhlicher Mensch: "Lachen hält gesund", war ihr Motto. Zwei Weltkriege hat sie erlebt und ihren Mann um 40 Jahre überlebt. Geboren wurde sie am 4. April 1911 an der Provinzialstraße, die heutige Hörder Straße. Sie besuchte die Harkortschule und kam mit 14 Jahren als Hauswirtschafterin und Kindermädchen zum Glasfabrikanten Utermann in die Lehre. 1936 heiratete sie den Bergmann Heinrich. Zwei Jahre später kam Sohn Reinhold auf die Welt. Danach war sie Vollzeithausfrau. Als ihr Mann starb, lebte sie allein in der Wohnung am Stockumer Bruch. Seit etwa 20 Jahren wohnte sie bei ihrem Sohn im Haus, in einer eigenen Wohnung. Noch im November besuchte sie die Heimatfreunde und unterhielt die Gäste beim traidtionellen Heimatnachmittag und hatte viel zu erzählen: "Früher war Stockum ein Bauerndorf und heute ist alles zugebaut." Sie kannte alle alten und neuen Straßen sowie die dazugehörigen Dönekes. Wir werden sie und ihre Erzählungen sehr vermissen. Karoline Robbert


Dr. Reinhold Busch (zweiter von rechts) erinnerte an das Schicksal der jüdischen Familie Rosenthal.

36 Heimatfreunde aus Bommern, Stockum und Annen waren gekommen, um sich über das Schicksal der jüdischen Familien Rosenthal im Ruhrgebiet zu informieren. Eingeladen dazu hatte der Geschichtsverein Annen am Montag, 28. Januar, ins Hotel Specht. Dr. Reinhold Busch las aus seinem Buch „Verstreut über alle fünf Kontinente“. Er forschte mehrere Tage im Archiv in Münster und hatte Kontakt mit rund 200 Nachkommen der Familien Rosenthal. „Die meisten Rückmeldungen bekam ich per E-Mail und viele davon waren sehr dramatisch“, so der Autor. In dem Buch geht es um ein Stück nicht so erfreuliche Geschichte aus der NS-Zeit. Es handelt von dem Aufstieg zweier Brüder der jüdischen Familie Rosenthal, die auch in Annen und Stockum erfolgreiche Geschäftsleute waren. Während des Holocaust verloren 17 Familienmitglieder ihr Leben, während den übrigen die Auswanderung glückte. Sie konnten in ihren neuen Heimatländern Fuß fassen und neue Existenzen aufbauen.

Ausführlich geschildert werden die Erinnerungen der Familien in Form von Dokumenten, zahlreichen Bildern und Biografien. Aufgezeigt wird das Leben der Familien vor der Machtergreifung, die Mechanismen der Ausplünderung, der Schikanen und Entrechtung sowie die physische Vernichtung während der NS-Zeit. Es geht aber auch um den Wiederaufstieg nach der Emigration, denn heute zählen mehr als 200 Nachkommen zur Oberschicht in ihren neuen Heimatregionen. Eine packende Biografie über das Leben zweier Brüder und eine Geschichte über Aufstieg, Fall und Wiederaufstieg der jüdischen Familie Rosenthal.

Karoline Robbert

 

Gut besucht war auch in diesem Jahr wieder das traditionelle Grünkohlessen der Heimatfreunde Stockum/Düren. In diesem Jahr, am Freitag, 25. Januar, folgten rund 80 Mitglieder der Einladung und genossen das leckere, winterliche Essen. Zum Abschluss des Abends wurden Filme von den Exkursionen nach Bad Neuenahr-Ahrweiler mit Besichtigung des Regierungsbunkers und einem Rundgang durch das Eifelstädtchen Mayen gezeigt. Festgehalten in Bild und Ton wurden auch die Führungen durch das Telefonmuseum und den Düsseldorfer Landtag. Am Ende waren sich alle darüber einig, dass die Veranstaltungen des letzten Jahres wieder gelungen waren und dass man sich auf die nächsten gemeinsamen Aktivitäten freut. Text und Foto Karoline Robbert