In Omas Küche (ca. 19. Jh.) war vieles aus Gusseisen oder Zinn. Im Schaufenster der Heimatfreunde Stockum/Düren, Hörder Straße 367, werden antike Waffeleisen, Formen für Pfannekuchen und Frankfurter Kranz, Küchenwaagen, Zinnteller, Löffel und Schöpfkellen gezeigt. Zu sehen ist auch antiker, gusseiserner Getreideröster mit Drehkurbel und Holzknauf. Dieses Gerät wurde benutzt, um Gerste zu rösten, woraus dann Ersatzkaffee hergestellt wurde. Dieser sogenannte Muckefuck war besonders während und auch noch nach dem Krieg als Ersatz für Bohnenkaffee gefragt. Geröstet wurde direkt auf dem Ofenring  eines  alten Küchenherdes.                           Foto: Karoline Robbert

Für alle Freunde des Helenenturms und für alle kleinen und großen Spender gibt es eine gute Nachricht. Der Helenenturm wird denkmalgerecht saniert. Die Bauarbeiten sollen am 2. August 2021 beginnen. Die Arbeitsgemeinschaft der Wittener Heimatvereine packte an, richtete zwei Aktionstage aus und sammelte Spenden.

 
Hildegard Priebel und Wolfgang Lippert öffneten die Tür des sonst geschlossenen Wahrzeichen für die Besucher. Rechts sieht man den Turm mit dem Wärterhäuschen dahinter.

Unter dem Motto „Für einen Euro auf den Turm“ hielten sie den Aussichtspunkt an zwei Tagen geöffnet. Die Heimatvereine stellten sich vor und boten Kaffee und Kuchen an. Diese Aktionen haben sich gelohnt, und die Besucher spendeten großzügig, denn sie möchten, dass der Turm renoviert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Es kamen rund 8.000 Euro zusammen, die nun gemeinsam mit dem Fördergeld des Landes NRW für die Sanierung vorgesehen sind. Auch die Volksbank sammelte auf ihrem Portal „Heimathelden“ für die Renovierung des Turmes: 2.055 Euro sind bis Anfang November 2020 zusammengekommen.

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (li) übergab den bewilligten Förderbescheid des Landes NRW über 185.152 Euro am Montag, 27. Juli 2020, persönlich an die Stadt Witten. Mit diesem Geld aus dem Förderprogramm "Heimat-Zeugnis" NRW und einer großzügigen Spende der Sparkasse Witten in Höhe von 50.000 Euro sowie Eigenmitteln der Stadt soll die Herrichtung und Inszenierung des Turms realisiert werden. Darüber hinaus ist jedoch weitere Unterstützung notwendig, die die Wittener Heimatvereine gerne verwirklichen möchten. Denn es gibt viel zu tun an dem 30 Meter hohen Turm mit Zinnenkranz, der an einen mittelalterlichen Bergfried erinnert: Der Putz bröckelt von den mit Graffiti beschmierten Wänden (re), die Fenster und das Geländer müssen aufgearbeitet werden. Das Mauerwerk muss neu verfugt, das Dach abgedichtet werden.

Doch bis alles für die Besucher begehbar ist, wird es noch einige Zeit dauern. Nach Beendigung der Bauarbeiten sollen auf der Aussichtsplattform Schilder angebracht werden, die das Panorama genau erklären. Außerdem soll mit interaktiven Installationen an die Geschichte des Helenenturms erinnert werden. Ein weiteres Highlight ist ein "Rundbild vom Helenenturm" photogr. aufgenommen von Friedr. Goebel, Witten a. d. Ruhr - 1886. Goebel war Hofphotograf. Dieses Panaora wird in der interaktiven Installationen gezeigt. Besucher können feststellen, welche Gebäude heute noch bestehen. Schulklassen sollen auf diese Art und Weise an die Geschichte Wittens herangeführt werden, denn von oben hat man ein hervorragenden Ausblick auf die Stadt sowie die Ausläufer von Bochum und Witten. Wenn alles fertig ist, wird noch eine Web-Cam mit Blick auf das Rathaus installiert. So wird der Turm zu einem Orts des Austausches und zu einem Stück Heimatgeschichte mit historischer Strahlkraft.


Zu dem 30 Meter hohen Turmbau kam es im Jahr 1858 nach einem Streit über verbriefte Fährentgelte über die Ruhr von Witten nach Bommern. Der Fabrikant Johann-Friedrich Lohmann klagte auf Anerkennung seiner Rechte durch die verschiedenen Instanzen bis zum Gericht in Berlin. Vertreten wurde er dort von seinem Schwiegersohn Eduard Strohn. Dessen Ehefrau Helene Strohn, geb. Lohmann, starb noch während des Prozesses bei der Geburt ihres achten Kindes. Lohmann gewann den Prozess und er bekam den strittigen Geldbetrag ausgezahlt, der sich auf einem Sonderkonto angesammelt hatte. Justizrat Eduard Strohn verzichtete auf sein Honorar und erbaute von diesem Geld zu Ehren seiner Frau Helene dieses Privatdenkmal. „So ist dieser grandiose Aussichtspunkt auch eine steingewordene Liebeserklärung“, meint Stadtführerin Hildegard Priebel, „sozusagen das Taj Mahal von Witten.“

Zur Neueröffnung und Einweihung des renovierten Denkmals ist ein Heimattag am Helenenturm geplant, dazu wird die Arbeitsgemeinschaft der Wittener Heimatvereine einladen. Die Arbeitsgemeinschaft setzt sich zusammen aus dem Bürger- und Heimatverein Heven, dem Geschichtsverein Annen, dem Heimat- und Geschichtsverein Bommern, den Heimatfreunden Stockum/Düren, dem Verein für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark und dem Förderverein Westfälisches Industriemuseum Zeche Nachtigall.

Vom Helenenturm hat man den schönsten Blick auf Witten

Fotos: Wolfgang Lippert und Karoline Robbert

Die Wittener Heimatvereine bitten um Ihre Unterstützung:
Bankverbindung: Heimatfreunde Stockum/Düren e. V.
Stichwort: Helenenturm
Sparkasse Witten: DE04 4525 0035 0000 4300 82

Liebe Heimatfreunde, liebe Leser,

ein für uns alle ungewöhnliches Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Die Corona-Pandemie hat uns ausgebremst und alle Aktivitäten zum Stillstand gebracht. So mussten auch die beliebten Heimatnachmittage ausfallen; unser letztes Treffen war am 12. Februar 2020. Das Grünkohlessen am 22. Januar 2020 war unsere letzte größere Zusammenkunft, bei dem über 80 Mitglieder das winterliche Essen im Haus Specht genießen konnten.

Trotz der Krise wollen wir Ihnen eine Freude machen und werfen in unserem neuen „Einblick Nr. 12“ einen Blick zurück auf unser Dorf.  Diesmal haben wir uns als Thema dieses Heftes „Lebensmittelgeschäfte in Stockum“ ausgesucht, und erinnern an die Zeiten von „Tante-Emma-Läden“ und die vielen kleinen Geschäfte und Bäckereien, die es in unserem Dorf mal gab.

Wir laden Sie ein zu einem historischen „Einkaufsbummel in alten Zeiten“ mit Fotos und alten Anzeigen aus unserem Archiv.

Wir zeigen auf, wie das Geschäftsleben in Stockum um die Jahrhundertwende ausgesehen hat, an das sich ganz besonders die älteren Bürger bestimmt noch erinnern können.Wir haben geforscht und aufgeschrieben, geben aber keine Gewähr, dass alles komplett ist. Wer unsere Ausführungen ergänzen und dazu beitragen möchte, dass diese der Nachwelt erhalten bleiben, ist gerne bei uns im Heimatstübchen gesehen. Sie finden uns jeden Donnerstag (wenn es hoffentlich bald wieder möglich ist) von 15 bis 17 Uhr im Hause Kellerhoff an der Hörder Straße 367. Bis dahin haben wir uns vorgenommen, die Verteilung des Heftes selbst in die Hand zu nehmen.

Außerdem berichten wir über eine neue Straße in Stockum, die an einen alten Bauernhof erinnert. Wir denken mit dem Beitrag „Menschen unseres Dorfes“ an unser Vorstandsmitglied Wilhelm (Willi) Kellerhoff, der im Alter von 90 Jahren von uns gegangen ist, und an unseren stellvertretenden  Vorsitzenden Volker-Johanes Rieber, der uns im Alter von 80 Jahren verlassen hat. Besonders am Herzen liegt uns die Sanierung des Helenenturms, für den sich die Wittener Heimatvereine stark gemacht haben.

Freuen Sie sich auf eine interessante Lektüre über unsere Heimat.

Ihre Heimatfreunde Stockum/Düren

Verabschieden mussten wir uns leider von unserem 2. Vorsitzenden

          Volker-Johannes Rieber
       
* 4.9.1940 – † 24.10.2020

Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern unseres Vereins im Jahre 1987 und hat seit dieser Zeit entscheidend die Geschicke unseres Heimatvereins mitgeprägt. Durch seine Fröhlichkeit und seinen Optimismus war er überall beliebt.

Seit 2005 füllte er die Position des stellvertretenden Vorsitzenden mit viel Freude und Engagement aus.

Wir trauern mit seiner Familie und werden uns immer gern an Volker-Johannes erinnern und sein Andenken in Ehren halten.